Dienstag, 19. Februar 2013

In der Schublade

via Ikea
Laut der women's health (Ausgabe 03/2013) bewahren 53% aller Frauen ihre Sexspielzeuge in der Nachttischschublade auf. Das halte ich für sehr realistisch. Spätestens seit Samanthas "Goodie"-Schublade in Sex And The City ist dieses Verhalten wohl weit verbreitet. Es macht ja auch Sinn, die Sachen in Reichweite zu haben. Immerhin ist das Bett noch immer der Ort, an dem es am häufigsten zur Sache geht. 

Jetzt kann ich nicht anders, als mich zu fragen, ob manche Menschen (nicht nur Frauen) vielleicht so weit gehen, dort einen zweiten ebook-Reader liegen zu haben. Ein Modell extra für die Erotik, die Pornos und die Einhandliteratur, wie man so schön sagt. Ich habe den Begriff "Einhandliteratur" letztens erst gelernt und habe auch tatsächlich schon die halbe Frage: "Was soll das denn- Oh!" ausgesprochen, bevor die Erleuchtung kam. Aber in diesem Moment wusste ich schon, dass ich das Wort unbedingt benutzen muss.

Immerhin finde noch immer viele Leser, dass die erotische Literatur – egal, wie gut sie geschrieben sein mag – in die Schmuddelecke gehört und finden es vielleicht noch peinlicher einen erotischen Roman zu kaufen, als einen Vibrator im Sexshop um die Ecke.

Würden Leute, denen es unangenehm ist, zu den Lesern prickelnder Literatur zu gehören und die nicht mit einer Ausgabe "Shades Of Grey" unter dem Arm spazieren gehen, einen zweiten Reader benutzen? Der Hauptreader liegt dann vielleicht offen herum und wenn Besuch kommt und danach greift, wird er nicht laut rufen: "Heißes Verhör (Hardcore BDSM Sex)?! Was liest du denn da?"

Natürlich gibt es auch dezentere Titel wie "Nie genug" oder "Lustbeweise", aber wer auf Nummer sicher gehen will, der würde möglicherweise so verfahren.

Ich finde aber ehrlich gesagt, dass das vielleicht auch den Reiz erhöhen kann. Im Zug lese ich den "Zauberberg" oder "Mister Aufziehvogel", aber in der Nachttischschublade liegt "Crossfire", weil ich eben doch kein braves Mädchen bin. Vielleicht sind auf dem Reader auch ein paar Videos, weil ich auch gerne mal einen Porno gucken und das die Vorfreude auf Sex erhöht. Oder nicht. Alles ist möglich. Oder nichts.

Ich finde den Spruch "Stille Wasser sind tief" noch immer passend und einen guten Maßstab. Ich gehe nicht gern mit meinen Ansichten oder Vorlieben hausieren und der Gedanke, dass meine Nachbarin, die Apothekerin oder die unscheinbare Frau im Bus neben mir, eine heimliche ungezogene Seite pflegt, bereitet mir im Stillen eine sehr sehr sehr große Freude. 

Dann gibt es immerhin auch mehr zu entdecken...



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