Samstag, 23. Juni 2012

Intermezzo


Immer wenn ich versuche zu schreiben und es will gerade wieder einmal nicht funktionieren, dann lasse ich meine Gedanken wandern oder suche nach Beschäftigung im Internet. An ganz schlechten Tagen kann es auch schon einmal passieren, dass ich als Ersatzhandlung etwas kaufe. Wenn ich dann allerdings wieder im kreativen Fluss bin und die Worte aus mir heraus strömen, ärgere ich mich meistens über die Unterbrechungen, wenn der Paketbote klingelt und mir meine bestellten Sachen bringt...
Draußen schüttete es wie aus Eimern und ich saß drinnen am meinem Schreibtisch. Meine Finger flogen nur so über die Tastatur und endlich war der Knoten geplatzt, mein kreatives Tief  war überwunden. Endlich war mir klar geworden, wie sich die Handlung zwischen den Protagonisten entwickeln sollte und ich steuerte geradewegs auf eine heiße Sexszene zu. Meine Hauptfiguren hatten sich gestritten, als sie zusammen draußen auf einem einsamen Feldweg unterwegs waren. Jetzt hatte es angefangen zu regnen und die Kleidung klebte – besonders natürlich der Dame – am Körper und ihre Nippel zeichneten sich verführerisch und hart unter dem durchnässten Stoff ihrer Bluse ab. Der Streit war vergessen und der Mann streckte gerade verlangend die Hand aus, um die zarten Spitzen zu liebkosen, als – es klingelte.
Leider bei mir und nicht in der Handlung. Verwirrt sah ich auf, es dauerte eine, vielleicht zwei Sekunden, bis ich endlich wieder in der Gegenwart angekommen war. Mein Atem ging schneller und ich war selbst ein wenig erregt. Verstimmt über die Unterbrechung stand ich auf und betätigte die Gegensprechanlage.
„Paketpost“, schallte es mir entgegen und ich drückte die Tür auf.
Während ich auf den Boten wartete, malte ich mir in Gedanken weiter aus, wie der Sex zwischen meinen Protagonisten wohl gleich verlaufen würde. Ein heißes Sommergewitter nach einem heftigen Streit, da konnte wohl auch der Sex heftiger sein.
Während ich überlegte, ob mein Held wohl seine Angebetete zuerst mit der Zunge zum Orgasmus bringen sollte, stand auf einmal der Paketbote vor mir.
Ich biss mir auf die Unterlippe und sah verlegen nach unten, genau in diesem Moment waren natürlich meine eigenen Nippel hart geworden. Egal, das würde er schon nicht gemerkt haben.
Ich sah wieder nach oben und starrte genau in seine dunklen, blitzenden Augen. Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen und ich konnte den Blick nicht von seinem markanten Kinn abwenden. Seit wann fuhren hier denn so attraktive Paketboten herum?
Sein Blick wanderte an mir herunter und das Lächeln wurde breiter. Er hatte mein harten Nippel bemerkt. In meinem Schoss begann es zu ziehen, das konnte doch nicht wahr sein.
Langsam wurde mein Kopf heiß und ich trat sicherheitshalber einen Schritt zurück. Seine Augen funkelten, als er dafür einen Schritt auf mich zu trat. Mein Herz begann zu klopfen und mein Hals wurde auf einmal ganz trocken. Ich leckte mir über die Lippen und wollte etwas sagen, da beugte er sich nach vorne, zog mich an sich und küsste mich. 
Seine Uniform war vom Regen durchnässt und er presste mich gegen den Türrahmen. Die Hitze, die sein harter Körper ausstrahlte war fast nicht auszuhalten und dann sagte er: „Eine Unterschrift, bitte?“
Seine Stimme klang irritiert und als hätte er das nicht zum ersten Mal zu mir gesagt. Ich blinzelte verwirrt. Eilig griff ich nach dem Stift und kritzelte etwas auf das Display des Scanners, den er mir hinhielt. Ich schnappte mir mein Paket, hastete in meine Wohnung und warf die Tür zu. Dann lehnte ich mich mit klopfendem Herzen gegen die Tür. Ich musste wirklich mal meine Tagträume in den Griff bekommen.

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